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Glossar

Substanzwert

Der Substanzwert stellt den Betrag dar, der aufgewendet werden müsste, um das Unternehmen in seinem am Bewertungsstichtag vorhandenen Zustand nachzubauen. Um den Substanzwert zu ermitteln, müssen alle bilanzierten und nicht bilanzierten Vermögensgegenstände und Schulden einzeln mit ihren Wiederbeschaffungskosten bewertet werden. Deshalb wird der Substanzwert auch als Reproduktions- bzw. Rekonstruktionswert bezeichnet. Um dem Abnutzungsgrad der Substanz Rechnung zu tragen, wird der Substanzwert als Zeitwert ermittelt.
Dieser Bewertungsansatz kann jedoch die Wiederbeschaffungskosten des Geschäftswertes (Wert der Kundenbeziehungen, guter Ruf des Unternehmens, Fähigkeiten der Belegschaft, etc.) nicht abbilden. Das heißt, durch das Substanzwertverfahren ist die Ermittlung des Geschäftswertes nicht möglich. Da sich der Unternehmenswert jedoch aus dem Substanzwert und dem Geschäftswert zusammensetzt, ist der Substanzwert nur als ein Teil-Reproduktions- bzw. Teil-Rekonstruktionszeitwert zu verstehen.
Der Substanzwert hat als Unternehmenswert im IDW S 1 keine eigenständige Bedeutung, da ihm grundsätzlich der direkte Bezug zu künftigen finanziellen Überschüssen fehlt. Ebenso betrachtet die Rechtsprechung den Substanzwert als ein nicht relevantes Bewertungsverfahren.