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Glossar

Liquidationswert

Der Liquidationswert gibt an, welcher Betrag aus der Zerschlagung des Unternehmens zu erlösen wäre. Dabei stellt er die Entscheidungsgrundlage dar, ob die Fortführung oder die Zerschlagung des Unternehmens aus Sicht des Unternehmers vorzuziehen ist. Bei aktienrechtlichen Strukturmaßnahmen ist der Liquidationswert nur zu ermitteln, wenn
 a) die Aufgabe des Unternehmens oder eines Unternehmensteils tatsächlich beabsichtigt ist, oder
 b) das Unternehmen absehbar negative Ertragsaussichten hat.
Der Liquidationswert fungiert als absolute Wertuntergrenze. Zur Ermittlung eines Liquidationswertes werden den bilanzierten und nicht bilanzierten Vermögensgegenständen des Unternehmens die Schulden gegenübergestellt. Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgt unter Berücksichtigung der Verkaufspreise, die im Rahmen einer Unternehmensliquidation erzielbar sind. Die Steuerbelastungen, die durch eine Liquidation entstehen würden (Aufdeckung stiller Reserven), sind, ebenso wie die im Zuge einer Liquidation ausgelösten Kosten (Liquidatorvergütung, Sozialplan, etc.), als Abzugsposten zu berücksichtigen. Da Unternehmensliquidationen regelmäßig mehrere Jahre in Anspruch nehmen, ist der Wert der Liquidationsüberschüsse durch Diskontierung zum Unternehmenswert bei Stilllegung des Unternehmens zu aggregieren. Die Diskontierung auf den Stichtag erfolgt anhand von Guthaben- oder Verschuldungszinssätzen des Unternehmens.