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Glossar

Subjektiver Unternehmenswert

Der subjektive Unternehmenswert ist zu ermitteln, wenn ein Unternehmen gekauft oder verkauft werden soll. Ziel ist die Beantwortung der Frage, ab welchem Kaufpreis oder Verkaufspreis die Transaktion für die jeweilige Partei vorteilhaft ist. Für den Verkäufer stellt der subjektive Unternehmenswert den Preis dar, den er mindestens im Verkauf erzielen muss, um seine Vermögensposition nicht zu verschlechtern (Verkäufer-Grenzpreis). Dagegen kann der Käufer maximal den von ihm ermittelten subjektiven Unternehmenswert als Preis bezahlen, ohne dass er Vermögen verliert (Käufer-Grenzpreis). Folglich haben die subjektiven Unternehmenswerte der Parteien die Aufgabe, die jeweiligen Preise, die für die Parteien gerade noch akzeptabel sind, aus der Menge möglicher Preise abzugrenzen.
Da die Bewertung eines Unternehmens anhand der Kapitalwertformel erfolgt, welche zwei zentrale Bewertungsparameter – Ausschüttungen bzw. Entnahmen und Kalkulationszinssatz – verwendet, sind diese Parameter Gegenstand der subjektiven Einschätzung durch das Bewertungssubjekt (Käufer bzw. Verkäufer). Für die Bestimmung der aus dem Unternehmen zu erwartenden Ausschüttungen bzw. Entnahmen ist eine Unternehmensplanung zu entwickeln. Die Unternehmensplanung einer Partei ist zwangsläufig subjektiv, da sie alle Möglichkeiten und Ideen berücksichtigt, die das Bewertungssubjekt mit dem Unternehmen in der Zukunft verwirklichen kann oder will. Ebenso ist der Kalkulationszinssatz als Ausdruck der Rendite, die das Bewertungssubjekt mindestens mit dem Unternehmen erwirtschaften möchte, subjektiv. Sie stellt die beste aller alternativen äquivalenten Anlagerenditen dar, die dem Bewertungssubjekt offenstehen oder die er als hurdle rate für das Investment vorgibt.