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Paketzuschläge beim Unternehmenskauf – das Beispiel KUKA

Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea hat den Aktionären des deutschen Roboterbauers KUKA ein Übernahmeangebot von 115 Euro je Aktie vorgelegt, was einer Bewertung von rund 4,3 Milliarden Euro entspricht. Im Vergleich hierzu lag die Marktkapitalisierung am Vortag, also die Aktienanzahl multipliziert mit dem aktuellen Kurs, noch bei rd. 3,4 Milliarden Euro. Warum also bietet Midea einen Aufschlag von fast 1 Milliarde Euro?

Einerseits dürfte dieser Aufschlag notwendig sein, um die Verkaufswilligkeit der KUKA-Aktionäre herbeizuführen. Immerhin möchte Midea mindestens 30% der Aktien und damit die Kontrollmehrheit nach § 29 Abs. 2 WpÜG übernehmen. Bleibt der aktuelle Großaktionär Voith bei seiner 25,1-prozentigen Sperrminorität, so sind vor allem viele Kleinaktionäre zu überzeugen, das Umtauschangebot anzunehmen.

Andererseits dürfte das aktuelle Angebot (Aktienkurs zzgl. Aufschlag) immer noch unter einem von Midea ermittelten Unternehmenswert liegen. Hieran zeigt sich klar der Unterschied zwischen einer klassischen Unternehmensbewertung und der Marktkapitalisierung. Zwar werden an der Börse Stimmrechtsanteile gehandelt, die damit auf dem Wege der Preisfindung eine Bewertung erhalten. Allerdings bezieht sich die Preisfindung auf Streubesitzanteile, die formal ein Stimmrecht verbriefen, das faktisch allerdings auf der Hauptversammlung kaum Wirkung entfaltet. Werden Streubesitzanteile wie bei dem o.g. Übernahmeangebot zusammengefasst, kann die Bewertung durch den potenziell Übernehmenden einen Paketzuschlag enthalten.