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Die Bedeutung von Peer Groups in der Unternehmensbewertung

In der Unternehmensbewertung kommt der Bestimmung einer geeigneten Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) eine erhebliche Bedeutung zu. Die Peer Group hat dabei unterschiedliche Zwecke zu erfüllen:

1.       Peer Group für Betafaktoren

Bei nicht börsennotierten Unternehmen muss die Ableitung des Betafaktors über eine Peer Group erfolgen. Bei der Auswahl der Vergleichsunternehmen ist insbesondere darauf zu achten, dass diese sowohl hinsichtlich des Tätigkeitsspektrums als auch hinsichtlich der Marktbearbeitung ein möglichst ähnliches Profil wie das zu bewertende Unternehmen aufweisen. Ziel der Identifikation von Vergleichsunternehmen ist die Bildung einer Peer Group, die näherungsweise die aus dem Geschäftsmodell resultierenden Risiken des zu bewertenden Unternehmens abbildet. Hilfsweise können Unternehmen einbezogen werden, deren Geschäftsmodell durch vergleichbare Risikofaktoren beeinflusst wird. Dazu zählen auch Unternehmen vor- oder nachgelagerter Wertschöpfungsstufen (Beschaffungs- und Absatzmärkte).

Hinweis: WOLLNY WP ermittelt auftragsbezogen Peer Groups und Betafaktoren. Wir haben dabei Zugriff auf eine Datenbank mit mehr als 60.000 börsennotierten Unternehmen. Die Berechnung der Betas führen wir anhand von Kurs- und Fundamentaldaten der Vergleichsunternehmen in einem für diesen Zweck von uns entwickelten Berechnungsmodell durch. Ein Abruf von „Fertigbetas“ von Finanzdatenanbietern erfolgt nicht, insbesondere da deren Ermittlung auf nicht sachgerechten Annahmen hinsichtlich der Kurswährungen beruht.

2.       Peer Group für nachhaltige Ausschüttungsquote

Bei der Ermittlung objektivierter Unternehmenswerte ist für die Phase der ewigen Rente das Ausschüttungsverhalten der Alternativanlage zu berücksichtigen (IDW S1 i.d.F. 2008, Tz. 37). Bei den im Rahmen der Betaanalyse identifizierten Vergleichsunternehmen handelt es sich um die Alternativanlage. In der Praxis wird daher in aller Regel auf die durchschnittliche Ausschüttungsquote der Peer Group abgestellt. Die Ausschüttungsquote wird aus den in der Vergangenheit erzielten Jahresergebnissen und den gezahlten Dividenden berechnet.

3.       Peer Group für Margen-Analysen

Die im Rahmen der Unternehmensplanung prognostizierten finanziellen Überschüsse sind im Rahmen von Plausibilitätsüberlegungen zu überprüfen (IDW S1 i.d.F. 2008, Tz. 68, 81, 107, 108). Als Anhaltspunkt für die Plausibilität der geplanten Überschüsse kann insbesondere ein Vergleich der geplanten Margen mit den historischen Margen der Peer Group Unternehmen dienen.

4.       Peer Group für Multiplikatorverfahren

Zur Untersuchung der Plausibilität von Unternehmenswerten können Multiplikatoren herangezogen werden (IDW S1 i.d.F. 2008, Tz. 143 und Tz. 164 ff.). In der Praxis kommen dabei häufig Ergebnismultiplikatoren wie beispielsweise EV/EBIT- und EV/EBITDA-Multiples zum Einsatz. Diese können aus den Kurs- und Fundamentaldaten der Peer Group Unternehmen abgeleitet werden.

5.       Abweichungen zwischen den Peer Groups

Die Unterschiede in den Einsatzgebieten der Peer Group können dazu führen, dass zwischen den jeweils verwendeten Peer Groups begründbare Abweichungen bestehen. D.h. eine Peer Group für Zwecke der Ableitung der Ausschüttungsquoten muss in dieser Zusammensetzung nicht zwangsläufig für die Bestimmung von Betafaktoren anwendbar sein.